Wildwuchs der Altkleidercontainer in Berlin – Wer profitiert davon?

An immer mehr Ecken in Berlin finden sich Altkleidercontainer. Waren es früher primär karitative Gesellschaften wie das Deutsche Rote Kreuz, die diese Container aufgestellt haben, drängen mittlerweile immer mehr gewerbliche Sammler auf den Markt. Für eine Tonne Alttextilien lassen sich Preise von bis zu 400€ erzielen – ein lohnendes Geschäft.
Wie geht der Senat mit diesem Thema um? Gibt es beispielsweise Pläne, wie karitative Sammler gestärkt und die Verwertung der Alttextilien optimiert werden können? Zu dieser Thematik habe ich schriftliche Fragen beim Senat eingereicht. Meine Fragen und die Antworten des Senates findet ihr hier.

Die Sammlung von Altkleidern wird von vielen BürgerInnen als eine karitative Sammlung aufgefasst. Dies war in der Vergangenheit auch meistens so, seitdem die Preise für Alttextilien jedoch steigen, gibt es immer mehr gewerbliche Sammler, deren gewerbliche Absicht zumeist nicht an den Containern erkennbar ist. Da nach Angaben des Senates die Bezirke für die Bewilligung der Container zuständig sind, gibt es keinen Überblick, wie viele Container mittlerweile in Berlin aufgestellt wurden. Auch sonst hat der Senat erschreckend wenige Kenntnisse wie viele Tonnen Alttextilien in den Containern gesammelt. Die Gewerblichen Sammler müssen (gesetzlich vorgeschrieb, § 18 KrWG) Angaben zu der Menge und dem Verwertungsweg der gesammelten Alttextilien machen diese Regelung besteht seit 2012, es müssten dementsprechend Zahlen vorliegen – der Senat kennt diese Zahlen jedoch nicht. Generell sieht der Senat auch keinen Handlungsdruck und verweist mehrfach auf die Verantwortung der Bezirke.

Alttextilien sind wertvolle Rohstoffe, die hochwertig verwertet werden müssen, damit die Umwelt bestmöglich geschont wird. Es darf nicht passieren, dass durch den Wildwuchs bei den Containern, diese sich zu kleinen Müllhalden entwickeln und dadurch die Akzeptanz der BürgerInnen für dieses Sammelsystem leidet. Der Senat muss tätig werden und sich einen besseren Überblick zu den Containern in Berlin erarbeitet und dann eruieren, wie und ob das Sammelsystem optimiert werden kann und wie karitative Sammler gestärkt werden können. Denkbar ist beispielsweise auch, dass die BSR eigene Container aufstellt und so die Verwertung der Alttextilien besser gesteuert werden kann. Ich werde dieses Thema weiter verfolgen und Sie/Euch an dieser Stelle informieren.

Image by Stefan Flöper, MdA; CC BY-SA 3.0

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