Wie umweltfreundlich ist der Berliner Fuhrpark?

Jedes Jahr werden in Berlin die Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide an vielen Straßen überschritten. Über 70% der Emissionen stammen aus dem motorisierten Verkehr. Schwarz-Rot haben sich in ihrem Koalitionsvertrag von 2011 das Ziel eines „umweltfreundlichen Fuhrpark“ gesetzt. Ob dieses Ziel wirklich umgesetzt wurde, habe ich mit einer schriftlichen Anfrage abgefragt. Meine Fragen und die Antworten des Seantes findet ihr hier.

Erstaunlich an den Antworten des Senates ist, dass es keinen Überblick gibt, welche Fahrzeuge sich im öffentlichen Fuhrpark befinden – im Klartext: ob es einen umweltfreundlichen Fuhrpark gibt, kann der Senat gar nicht sagen. Die Angaben, die der Senat auf meine Fragen zum öffentlichen Fuhrpark macht, basieren auf einer Umfrage, die im Rahmen des Projektes „Elektrifizierung des Landesfuhrparks“ durchgeführt wurde. Die Ergebnisse sind ernüchternd: bei der Polizei und Feuerwehr fahren von 4235 Fahrzeugen genau 26 elektrisch (0,61%), weitere 32 (0,76%) sind Hybridfahrzeuge. Auch beim restlichen Fuhrpark bestimmen stinkende Benzin und Dieselfahrzeuge das Bild – von 1012 Fahrzeuge fahren 16 (1,58%) elektrisch, 8 sind Hybride (0,79%). Zu den Schadstoffklassen der Benziner und Dieselfahrzeuge macht, obwohl ich danach explizit gefragt haben, lieber erst gar keine Angaben. Bei den personengebundenen Fahrzeugen von Senat und Abgeordnetenhaus setzt sich das Bild fort – die SenatorInnen und ihre StaatssekträterInnen, sowie der Präsident und die Vorsitzenden der Fraktionen fahren mit wenigen Ausnahmen nicht elektrisch oder mit Hybridfahrezeugen, sondern Limousinen mit einem entsprechenden Verbrauch.

Ich werde den Senat auch weiterhin an ihre selbstformulierten Ziele erinnern und mich dafür einsetzen, dass der öffentliche Fuhrpark in Zukunft weniger stinkt.

 

Teile diesen Inhalt:

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld