Vom Senat stiefmütterlich behandelt: dezentrales Regenwassermanagement

Die Berliner Kanalisation läuft mit unschöner Regelmäßigkeit über – bei starkem Regen können die Wassermassen nicht schnell genug abtransportiert werden, ungeklärte Abwasser (also das was bei euch aus der Toilette und Dusche kommt) werden in die Gewässer Berlins geleitet. Die Folge sind jedes Jahr tausende von toten Fischen und, achtet mal drauf, ein ekliger Gestand (nach starkem Regen) etwa am Landwehrkanal. Wer meint, die sei ein Problem, welches vom Senat mit einer hohen Dringlichkeit bearbeitet werden würde, der täuscht sich. Die relativ eindimensionale Strategie des Senates ist Rückhaltebecken zu bauen, bei dieser durchaus richtigen und wichtigen Maßnahme ist jedoch klar, dass damit nicht alle Regenüberläufe verhindert werden können. Wir brauchen ein Maßnahmenbündel, um das Problem zu lösen. Ein Ansatzpunkt ist die dezentrale Regenwasserbehandlung – denn Regen, der direkt vor Ort wieder verdunstet belastet die Kanalisation nicht und als Nebeneffekt wirkt sich die Verdunstung positiv auf das Stadtklima aus. Ich habe den Senat gefragt, wie und wo ein dezentrales Regenwassermanagement durchgeführt bzw. dezentrale Maßnahmen geplant sind. Meine Fragen und die Antworten des Seantes findet ihr hier.

Die Antworten des Senates lassen klar erkennen, dass der Senat dieses wichtige Thema völlig verschläft. Es gibt weder Kenntnisse darüber wo und wie in der Stadt solche Maßnahmen durchgeführt werden „Dazu liegen dem Senat keine flächendeckenden Erkenntnisse vor“ und auch die wissenschaftliche Basis wird nicht erarbeitet „Systematische Studien zum dezentralen Regenwassermanagement in den Schwerpunkträumen werden aktuell nicht erarbeitet“. Leider gibt es diesbezüglich keine Ziele, die der Senat verfolgt „[es] wurden keine weiteren spezifischen Ziele für dezentrale Maßnahmen der Regenwasserbewirtschaftung abgeleitet.“ Dem Senat scheint es egal zu sein, wenn auch noch in 10 Jahren die Kanalisation überläuft und hat scheinbar auch kein gesteigertes Interesse daran, dass europarechtliche Vorgaben (wie etwa der Wasserrahmenrichtlinie) umgesetzt werden. Wir Grüne wollen das sich das ändert und haben mit unserem Antrag „1.000 grüne Dächer für unsere Stadt“ ein Konzept vorgelegt, wie dezentrales Regenwassermanagement in Berlin gefördert werden kann.

(c) Thomas Cloer CC BY-SA 2.0

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