Viele Veranstaltungen – viel Müll in Berlin!

Berlin ist groß, seine Müllberge leider auch. Wie viel Müll fällt bei Berlins Großveranstaltungen an und wie sollte dieser verarbeitet werden? Dem Senat fehlen leider die Ergebnisse.

Berlin ist auch die Hauptstadt der Großveranstaltungen. Bei solchen Veranstaltungen fällt eine große Menge Müll an, die möglichst hochwertig verwertet werden sollte. Ich habe zu diesem Thema schriftliche Fragen an den Senat gerichtet. 

Jedes Jahr gibt es in Berlin 150 Volks- und Straßenfeste mit 1.000 bis 20.000 BesucherInnen, 50 Veranstaltungen mit über 100.000 BesucherInnen und etwa 2.000 Floh-, 5.000 Wochen-, und 500 Weihnachtsmärkten. Um die Umwelt möglichst wenig zu belasten muss der Müll, der bei diesen Veranstaltungen anfällt, möglichst hochwertig verwertet werden. 

Maßgeblich für den Umgang mit Abfällen bei Großveranstaltungen ist die Verwaltungsvorschrift Beschaffung und Umwelt (VwVBU) und hierbei das sogenannte Leistungsblatt 24 (hier abrufbar). In diesem Leistungsblatt ist beispielsweise festgelegt, dass die zum Verkauf stehenden Lebensmittel bei Großveranstaltungen zu mindestens 15 % aus biologischer Landwirtschaft stammen müssen, die Verwendung von Einweggeschirr (inkl. Getränkebecher), Einwegbesteck und Einweggetränkeverpackungen nicht erlaubt sind und nur Küchenrollen und Papierhandtücher aus recyceltem Papier genutzt werden dürfen. 

Diese Vorschriften sind aus ökologischer Sicht toll, allerdings ist Papier – und noch viel mehr eine Verwaltungsvorschrift – geduldig. Die Frage ist, ob diese Vorgaben bei den Großveranstaltungen wirklich umgesetzt werden. Aus den Antworten zu meinen Fragen geht hervor, dass der Senat nicht sicher sagen kann, ob dies der Fall ist:

„Hinsichtlich  der  Einhaltung  der  oben  genannten  Umweltschutzanforderungen  bei  öffentlichen Großveranstaltungen  des  Landes  Berlin  finden  durch  die  zuständigen Behörden stichprobenartig  Kontrollen  statt. Dem Senat liegen keine Erkenntnisse über Ergebnisse von Kontrollen vor.“ 

Wenn ihr also das nächste Mal eine Großveranstaltung besucht, schaut doch einfach mal, ob ihr die 15% biologischen Lebensmittel findet. Ich persönlich habe da meine Zweifel. 

Image by Axel Kuhlmann (CC BY 2.0)

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