Vertuschung beim Wannseereaktor?

Nach intensiver Recherche der taz musste das Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) als Betreiberin des Forschungsreaktors am Wannsee und die Berliner Atomafusichtsbehörde eingestehen: Der seit 2010 festgestellte Riss in einer Schweißnaht in unmittelbarer Nähe zum Reaktorkern ist schneller gewachsen als erwartet, das dadurch betroffene, defekte Verbindungsstück muss nun ausgetauscht werden. Der Reaktor ist deshalb runtergefahren worden. Es bleiben einige Fragen offen.

Die Informationspolitik der Aufsichtsbehörde und der Reaktorbetreiberin HZB ist mehr als mangelhaft. Dies und das mögliche Sicherheitsrisiko werden wir im Umweltausschuss besprechen müssen. Auch wenn der Forschungsreaktor kein Atomkraftwerk ist, er liegt mitten in einem Wohngebiet. Alleine schon deshalb müssen jegliche Risiken ausgeschlossen und mögliche Probleme offen kommuniziert werden. Umweltsenator Müller muss sich umgehend äußern, ob er von diesen Problemen wusste und die Vertuschungsversuche billigte.

Seit 2010 ist öffentlich bekannt, dass die Schweißnaht im Becken ein Sicherheitsleck darstellt. Endlich wird dieses Risiko behoben. Bevor der Reaktor im Herbst 2014 wieder anfährt, muss die Sonderprüfung des Wannseereaktors wie vom Parlament gefordert vollständig und ergebnisoffen durchgeführt werden. Dies kann nur mit einer von Bündnis 90/Die Grünnen immer geforderten Sicherheitsprüfung mit Vor-Ort-Begehung geprüft werden. Leider hat der Senat immer nur Aktenprüfungen veranlasst. So können Probleme, die nicht in den Akten stehen, nicht erfasst werden. Eine Kontrolle ist so nicht umfassend möglich.

Image by Uwe Hiksch (CC BY-NC-SA 2.0)

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