Umweltzone auch für Schiffe

Wer Sommers mal am Landwehrkanal war, der/die kennt die Rußschwaden, die von den stetig fahrenden Schiffen zu JoggerInnen, SpaziergängerInnen oder CafébesucherInnen ziehen. Der Feinstaubanteil wird auf 5 t/Jahr geschätzt, die Stickoxidemissionen auf ganze 200 t/Jahr. Beides ist gesundheitschädigend und gilt als Verursacher von Atemwegserkrankungen wir Krebs.

Im Berliner Haushalt stehen Gelder für eine Filternachrüstung bereit. Ein sehr sinnvoller Ansatz, um zumindest den Feinstaub, der von den Schiffen kommt, in den Griff zu bekommen. Laut Luftreinhalteplan sollen 30 Schiffe nachgerüstet werden, um die angestrebte Senkung des Feinstaubanteils zu erreichen. Leider geht die Nachrüstung nur mau vorran. Dazu habe ich den Senat befragt. Hier kann die Antwort auf meine Kleine Anfrage runtergeladen werden.

Neu ist, dass der Senat eine zusätzliche, emissionsbezogene Gebührenkomponente bei Schleusen prüfen lassen möchte. Für eine Umweltzone, die auch für die Schiffe gilt, will sich der Senat nicht stark machen, weil sich die Schadstoffe auf dem Wasser in der Regel gut verteilen. Damit hat der Senat nicht die Gesundheit der Bürger im Blick, die sich beispielsweise am Landwehrkanal aufhalten und im Sommer beim Joggen oder beim Feierabendgetränk den Russ einatmen.

Außerdem musste der Senat zugeben, dass er bislang keinen einzigen Russfilter auf Fahrgastschiffen trotz großer Ankündigung im Sommer aus seinem eigenen Programm gefördert hat. Wie das ambitionierte Ziel 30 Schiffe nachzurüsten, bleibt unklar. Die Ankündigungspolitik des Senats bringt den Berliner Umweltschutz aber nun mal nicht voran.

Hier geht es zu einem kurzen Artikel in der Berliner Zeitung zu dem Thema.

Hier hat die taz berichtet.

Teile diesen Inhalt:

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld