Über 100.000 Schäden auf 9.600km Länge: die Kanalisation in Berlin

Mit 9.600 km ist die Berliner Kanalisation genauso lang, wie die Strecke Berlin – Kapstadt. Auf so einer langen Strecke gibt es zwangsläufig immer wieder Schäden, die ausgebessert werden müssen. Die Sanierung und Instandhaltung der Kanalisation muss kontinuierlich vorgenommen werden, passiert dies nicht, werden die vor sich hergeschobenen Maßnahmen immer teurer.
Gerade aus einem Blickwinkel der Generationengerechtigkeit ist es wichtig, dass bei der Infrastruktur – und nichts anderes ist die Kanalisation – Mittel kontinuierlich bereit gestellt werden, damit zukünftigen Generationen von einer intakten Infrastruktur profitieren können. Ob diese Kontinuität bei den Mitteln für die Kanalisation gewährleistet ist und wie es um den aktuellen Zustand der Kanalisation bestellt ist, habe ich beim Senat abgefragt. Meine Fragen und die Antworten des Senates findet ihr hier.

Liest man die Antworten des Senates auf meine Fragen erhält man den Eindruck, dass in der Vergangenheit viel zu wenig bei der Kanalisation saniert wurde. Bei nur 30% des Netzes besteht kein Sanierungsbedarf, bei 48% muss mittelfristig bis langfristig etwas getan werden und bei über 20% müssen kurzfristig Maßnahmen angegangen werden. Über 100.000 Schäden an der Kanalisation sind bekannt. Jedes Jahr verursacht allein die Sanierung der Schäden knapp 80 Millionen Euro an Kosten.
Im Bezug auf die Kanalisation muss konstatiert werden, dass Politik mittlerweile nicht mehr eine handelnde Instanz ist, sondern eine getriebene – der Problemdruck ist so erheblich, dass die Ausgaben beständig steigen werden, ob man das nun will oder nicht.
Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Mittel für die Sanierung der Kanalisation kontinuierlich bereit gestellt werden und wir die Kosten nicht den zukünftigen Generationen aufbürden.

Image by Gabriele Kantel, CC BY-NC-ND 2.0

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