Quecksilberemissionen aus Berliner Kohlekraftwerken

Kohlekraftwerke sind Quelle giftiger Luftschadstoffe. Einer der gefährlichsten Schadstoffe ist hierbei Quecksilber, welches bei der Verbrennung von Kohle in die Luft gelangt. Insgesamt sind Braunkohlekraftwerken für rund 50% der deutschen Quecksilber-Emissionen verantwortlich. Ich habe den Senat gefragt, welche Emissionen von den Berliner Kohlekraftwerken ausgehen und welche Auswirkungen dies auf Mensch und Natur hat. Meine Fragen und die Antworten des Seantes können sie hier nachlesen.

Die Antworten des Senates lesen sich auf den ersten Blick beruhigend, die Grenzwerte (Tagesmittelwert 0,03 mg/m3, Jahresmittelwert 0,01 mg/m3) werden von allen Berliner Kraftwerken eingehalten, soweit die guten Nachrichten. Leider ist die Einhaltung der Grenzwerte keine hohe Kunst, sie sind wenig ambitioniert. Dies lässt sich sehr gut ablesen, wenn man die deutschen Grenzwerte mit den in den USA gültigen Grenzwerten vergleicht – in den Staaten gilt ein Grenzwert von 0,0015 mg/m³. Alle Kraftwerke in Berlin würden diesen amerikanischen Grenzwert teilweise weit überschreiten, so emittiert beispielsweise das Kraftwerk Moabit 0,0052 mg/m3. Ein weiteres Indiz dafür, dass die deutschen Emissionsgrenzwerte zu kurz greifen ist die Überschreitung von Grenzwerten, die im Bezug zu den Immissionen von Quecksilber stehen. Die sogenannten Umweltqualitätsnormen (UQN), die unter anderem einen Überwachungswert für Schadstoffe im Wasser darstellen, werden deutschlandweit überschritten. Das Quecksilber reichert sich in Organismen an, die Quecksilberbelastung vieler Fischarten ist inzwischen so hoch, dass Kinder und Frauen im gebärfähigen Alter gefährdet werden. .
Berlin muss sich dafür einsetzen, dass auf europäischer Ebene schärfere Grenzwerte für Quecksilberemissionen aufgestellt werden. Es kann und darf nicht sein, dass eine schleichende Vergiftung von Mensch und Natur hingenommen wird.

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