Phosphor im Berliner Wasser – wo bleibt das das Handlungskonzept für Berlin-Brandenburg?

Phosphor ist eines der Hauptprobleme in den Gewässern Berlins. Über 200 t gelangen pro Jahr durch Einträge in Brandenburg und Berlin in die Brandenburger Havelseen. Um die rechtlichen Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie zu erfüllen, müssen die Einträge deutlich reduziert werden. Ich habe zu diesem Thema Fragen beim Senat eingereicht, meine Fragen und die Antworten des Senates findet ihr hier.

Phosphor führt zur Eutrophierung der Gewässer und damit zu einer starken Zunahme von Phytoplankton in den Gewässern. Um das Artenreichtum zu verbessern, müssen Phosphate im Wasser reduziert werden. Der Senat hat in diesem Zusammenhang gemeinsam mit Brandenburg ein gemeinsames Handlungskonzept mit Brandenburg aufgestellt, welches drei Teile umfassen soll. Im ersten Teil wurden länderübergreifende Bewirtschaftungsziele aufgestellt, im zweiten Teil die pfadspezifischen Eintragsquellen quantifiziert. Mit dem dritten Teil soll ein verbindliches Handlungskonzept aufgestellt werden. Nach Aussagen in den ersten beiden Teile, die seit 2011 (Teil 1) und 2012 (Teil 2) vorliegen, sollte „[…] bis Dezember 2013 die Aufstellung des verbindlichen Handlungskonzeptes [erfolgen].“ Dieses verbindliche Handlungskonzept (Teil 3) liegt noch immer nicht vor. Der Senat drückt sich um die Antwort, wann dieses Handlungskonzept endlich fertig sein soll, lapidar heißt es in den Antworten des Senates auf meine Fragen: „Derzeit arbeiten beide Länder am Teil 3 des Handlungskonzeptes.“

Die Reduzierung des Phosphors in den Gewässern Berlins und Brandenburgs ist einer der zentralen Bausteine auf dem Weg, die Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen. In beiden Ländern müssen hierfür die Anstrengungen zur Reduktion der Phosphateinträge deutlich intensiviert werden – im Klartext bedeutet dies, dass Berlin die Mischwasserkanalisation umbauen muss, um Regenwasserüberläufe zu verhindern (die bisherigen Maßnahmen hierfür greifen nicht weit genug) und Kläranlagen mit einer vierten Reinigungsstufe zur Elimination des Phosphors ausgestattet werden müssen. In Brandenburg sollten die Einträge aus der Landwirtschaft reduziert werden. Berlin und Brandenburg müssen endlich Nägel mit Köpfen machen und das Handlungskonzept vorlegen.

Images by Sebastian_F (CC BY-NC-SA 2.0)

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