Gegen das Vergessen – Putzpatenschaft für Stolpersteine in Berlin-Mitte

Das aus dem Jahr 1992 entstandene Kunstpojekt Stolpersteine. Ein Kunstprojekt für Europa. von dem Berliner Gunter Demnig zeigt ein absolut beispielhaftes Engagement sich mit der Geschichte anschaulich auseinanderzusetzen.
Der Künstler Gunter Demnig erinnert an die vielen Opfer der Zeit des Nationalsozialismus. An die unschuldigen Menschen die zwischen 1993 und 1945 verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.

Mit einer Gedenktafeln aus Messing die in den Boden eingelassen wird, erinnert der Stolperstein an den zuletzt freiwillig gewählten Wohnort. Europaweit wurden 56.000 Stolpersteine gesetzt, in über 1.600 Orten. Davon erinnern 6000 Stolpersteine an dies schreckliche Verbrechen in den Berliner Straßen. Somit bilden die Stolpersteine zusammen das größte Mahnmal der Welt. Dazu möchte ich gerne beitragen.

Ich habe eine Putzpatenschaft von vier Stolpersteinen der Familie Teitelbaum, zuletzt wohnhaft in der Linienstraße 56 in 10119 Berlin, und jeweils vier Stolpersteine der Familie Lebzelter und der Familie Eimer, beide Familien wohnten zuletzt in der Alte Schönhauser Straße 4 in 10119 Berlin übernommen. Ich sehe meine Aufgabe als utzpatin darin, nach dem rechten zu sehen und an besonderen Tagen zu gedenken. Hier auf meiner Webseite möchte ich die drei Familien kurz vorstellen.

Familie Teitelbaum

Am 11.17.2015 wurden in der Linienstraße 56 für die Familie Teitelbaum vier Gedenksteine gesetzt. Hier lebten Lya, Helene, Samuel und Naftali Teitelbaum.
Lya und Helene Teitelbaum wurden am 24ten Oktober 1941 nach Lotz und später nach Kulmhof deportiert, wo sie am 05.06.1942 umgebracht wurden. Naftali wurde erst nach Ravensbrück, am 26ten März 1942 weiter nach Bernburg an der Saale deportiert, wo er umbracht wurde. Samuel kontte nach Belgien flüchten, wo er aufgegriffen und interniert wurde. Am 15ten Januar 1943 wurde er nach Auschwitz deportiert, wo er umgebracht wurde.

Familie Lebzelter

Familie Lebzelter (Amalie, Debora, Susanne und Ignatz) lebte nach 1929 in der Alte Schönhauser Str. 4. Das Ehepaar Debora und Ignatz Lebzelter hatte vier Kinder: Susanne, die 1927 in Galizien zur Welt kam, Amalie und Ida, die 1929 und 1931 in Kiel geboren wurden und schließlich Sabine, die 1939 in Berlin geboren wurde.
Im Oktober 1938 wurde Ignaz im Rahmen der sogenannten Polenaktion  abgeschoben und in Zbąszyń (Bentschen), nahe der deutschen Grenze, interniert. Er wurde kurz vor Kriegsende in Buchenwald ermordet.
Am 12. Januar 1943 wurde Debora zusammen mit ihren minderjährigen Töchtern Susanne und Amalie mit dem „26. Osttransport“ nach Auschwitz deportiert und ermordet. Ida und Sabine Lebzelter konnten mit den Kindertransporten nach England vor der Deportation gerettet werden und überlebten.

Familie Eimer

Am 25.06.2015 wurden für Leib, Leser, Judes und David Eimer in der Alte Schönhauser Straße 4 vier Gedenksteine verlegt. Familie Eimer lebte hier bis zur Flucht nach Palästina im Jahr 1933. In einem biographischen Text erinnert sich Leib an die Zeit der Vertreibung, hier ein Auszug: „Nachdem Hitler Deutschlands Reichskanzler wurde manifestierte sich sein Judenhass in schwerer Verfolgung und Einschränkungen sämtlicher Rechte für Juden. Die Kohlevertriebslizenz meines Vaters wurde aufgehoben, somit seine Möglichkeiten den Lebensunterhalt zu verdienen. Das war der Anfang vom Ende des Lebens unserer Familie in Deutschland. Meine Eltern beschlossen zu emigrieren. Mein Vater, ein glühender Zionist, entschied nach Palästina zu gehen.“

Hier findet ihr alle Fotos von meinem letzten Stolpersteinspaziergang, den ich gemacht habe. Bei dieser Gelegenheit habe ich gemeinsam mit meiner Fraktionskollegin Alessa Berkenkamp diese gesäubert und poliert, damit diese zur einer lebendigen Erinnerungskultur beitragen.

Dieses einmalige Projekt sollte weiterhin viele Nachahmer und Mitmacherinnen haben!


Image by Katharina-Franziska Kremkau / Silke Gebel, MdA (CC BY 4.0)

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