Nein zum Betreuungsgeld! Ja zu echter Wahlfreiheit!

Wenn man Menschen, insbesondere Frauen nicht zwingen will, sich für oder gegen Beruf oder Familie zu entscheiden, dann braucht es eine gute Kinderbetreuungsinfrastruktur. Nur so gibt es eine echte Wahlfreiheit. Das Betreuungsgeld verhindert diesen Ausbau. Es ist eine übliche Aktivismus-Taktik der CDU, die das eigentliche Problem (zu wenige Kita-Plätze) zu verschleiern versucht. Das sollten wir uns nicht gefallen lassen!

Ein breites Bündnis der Oppositionsparteien mit Gewerkschaften, kirchlichen Organisationen und anderen gesellschaftlichen Verbänden hat dazu aufgerufen, sich gegen das Betreuungsgeld zu wehren. Der Aufruf, hier ein direkter Link dazu, findet Ihr auch untenstehend in meinem Blog. Unterzeichnet werden kann dieser Aufruf ebenfalls auf der Seite der OrganisatorInnen, nämlich hier. Außerdem gibt es am Samstag, dem 16.06.2012 eine Demo gegen das Betreuungsgeld. Weiteres werde ich dann noch schreiben. (PS: Die Bilder sind übrigens von einer Demo vor einem guten Jahr für mehr Kita-Plätze. Es soll also keineR sagen, wir hätten es nicht gewusst.)

Das Betreuungsgeld ist schädlich.
Das Betreuungsgeld ist teuer.
Das Betreuungsgeld will niemand – außer der CSU.

Als Bündnis über Parteigrenzen hinweg machen wir uns dafür stark, dass Eltern ein gutes und verlässliches Betreuungsangebot für Kinder haben. Damit alle Kinder in ihrer Entwicklung gefördert werden. Damit Mütter und Väter ihr Leben, Familie und Beruf, so organisieren können, wie sie es für richtig halten. Das gibt es nicht umsonst. Dafür werden die Milliarden gebraucht, die für das Betreuungsgeld vorgesehen sind.

Das wissen auch viele Abgeordnete der Koalitionsfraktionen. Ihr Verantwortungsbewusstsein ist jetzt gefordert – bei der entscheidenden Abstimmung im Bundestag. Denn wir brauchen das Geld dringend für den Ausbau von Kita-Plätzen. Das gilt umso mehr, vor dem Hintergrund dass die angestrebte Betreuungsquote von 35% unter dem heutigen Bedarf zurückbleibt. Wir brauchen keine Anreize, Kinder von zusätzlicher Förderung fernzuhalten und vor allem Frauen den Wiedereinstieg in den Beruf zu erschweren.
Für mehr und für bessere Betreuungsangebote!

Investitionen in Kitas und Krippen, in mehr Plätze aber auch in mehr Qualität, sind eine wichtige Voraussetzung dafür, dass alle Kinder gut gefördert und betreut werden. Wir wollen, dass jedem Kind, unabhängig des sozialen Status oder Herkunft die bestmöglichsten Bildungschancen offenstehen – und zwar von Anfang an. Dafür ist der weitere Kita-Ausbau zwingend notwendig.

Fehlende Betreuungsplätze sind das größte Hindernis für Eltern, im Beruf den Anschluss zu halten. Der Zugang zu eigenständigem Erwerbseinkommen ist der beste Schutz vor Armut. Ohne verlässliche öffentliche Betreuungsinfrastruktur ist diese aber gerade für Familien mit mittleren oder geringeren Einkommen und für Alleinerziehende, die sich keine private Betreuung leisten können, nicht möglich. Gerade sie sind dann im Alter von Armut bedroht.

Echte Wahlfreiheit gibt es nur mit guten Kitas und ausreichend Plätzen. Noch im Juni soll der Bundestag über das Betreuungsgeld entscheiden.

Wir fordern die Bundesregierung und die sie tragende Koalition von CDU, CSU und FDP auf, das Betreuungsgeld abzulehnen und stattdessen mehr Geld in den Ausbau von qualitativ hochwertigen Kindertageseinrichtungen zu investieren.

Bündnis 90/ Die Grünen
Die Linke
SPD
Piratenpartei
Grüne Jugend
Jusos
Junge Piraten

AWO Bundesverband e.V.
ZFF – Zukunftsforum Familie e.V.
Gazelle – unabhängiges Frauenmagazin
eaf – Evangelische Aktionsgemeinschaft für Familienfragen e. V.
Mädchenmannschaft e.V.
IG Metall
LEA – Landeselternausschuss Berlin
DKSB – Deutscher Kinderschutzbund e.V.
GEW – Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
Deutsches Kinderhilfswerk e.V
Deutscher Frauenrat
Humanistischer Verband Deutschlands – Bundesverband

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