Meine Rede bei den „Global Water Dances“

Sehr geehrtes Publikum, liebe Tänzerinnen und Tänzer,

zuallerst vielen Dank und meinen großen Respekt für diese tolle Tanzperformance. Ich bin mehr als beeindruckt. Ihr und Sie haben es geschafft jede und jeden zu erinnern, wie stark unsere Verbindung zum Wasser ist. Wir bestehen zu 70 % aus Wasser, Dieses Gut ist für alles Leben auf diesem Planeten essentiell. Wasser ist Lebenselixier, Wasser ist eine Menschenrecht und darf kein Spekulationsobjekt sein.

Diese Themen mit einer Tanzperformance zu verbinden, das hat sich das Projekt „Global Water Dances“ vorgenommen. Wir hier in Berlin sind ein Act von vielen auf der ganzen Welt. Danke nochmal an die rund 30 Tänzerinnen und Tänzer, die ChoreografInnen, den Komponisten, die Trommelcrew Drum kitchen, das ihr das heute performt habt. Und Danke an Eurolab e.V. als Veranstalter und Sponsor für die europäischen Global Water Dances, sowie Danke an Tanz und Theater im Phynix als Kooperationspartner und die ganzen SpenderInnen über beterplace.org.

Und natürlich Danke an Eva Blaschke, Sibylle Günther, Heike Kuhlmann, Anja Schäblitz, Henry Mex und Christof Renner die diesen kulturellen Höhepunkt realisiert haben.

Mein Name ist Silke Gebel, ich bin Landesabgeordnete für die Grünen hier in Berlin und für den Umweltschutz zuständig. Ich darf jetzt schon zum zweiten Mal die Schirmherrin von dieser tollen Veranstaltung sein. Wir haben heute zum dritten Mal die Berliner Aufführung der Global Water Dances gesehen. Seit Eurer ersten Performance im Jahr 2011 ist die globale Community gewachsen. Heute tanzen an 79 Orten weltweit Menschen, um das Thema Wasser zu transportieren.

Und wenn man sich die globale Situation anschaut, dann hat sich leider nicht viel verbessert. Noch immer hat jeder achte Mensch keinen Zugang zu sauberem Wasser, noch immer sterben laut UN mehr Menschen an verschmutztem Wasser als an allen anderen Ursachen. Im Zuge des globalen Klimawandels verschärft sich diese Problematik noch und wird zu einer der Fluchtursachen weltweit. Wasser ist ein Lebensmittel, was enorm ungerecht verteilt ist. Schuld ist zum einen eine fatale Übernutzung und Verschmutzung von Wasser durch Agrarindustrie, Textilindustrie, Bergbau und andere Wirtschaftszweige und zum anderen der fortschreitende Klimawandel. Bei beiden Punkten haben wir als VerbraucherInnen und aber auch Deutschland als internationaler Player die Möglichkeit was zu verbessern und damit eine große Verantwortung. Ein Beispiel macht das besonders deutlich: Der WWF hat in einer Studie untersucht, wieviel Wasser durch deutsche Importe in den Produktionsländern verbraucht wird. Alleine durch den Import von Baumwolle und Textilien hinterlässt Deutschland in Pakistan jährlich einen Wasser-Fußabdruck in Höhe von 5,46 Kubikkilometer. Das entspricht beinahe dem doppelten Volumen des Starnberger Sees. Das schürt die globale Wasserkrise und das muss ein Ende haben.

Aber auch der Blick vor Ort zeigt, dass es noch ein langer Weg hin zu sauberem Wasser in Berlin ist. Klimawandel, Braunkohleabbau oder Flächenversiegelung haben in unserer Stadt ihre Spuren am Wasser hinterlassen. Das Fischsterben vergangenes Wochenende am Landwehrkanal und in der Spree ist ein Ergebnis des verschmutzten Wassers. Denn immer wenn es zu stark regnet, fließt die Berliner Kanalisation ungefiltert in Spree, Landwehrkanal und co. Mit dem voranschreitenden Klimawandel werden wir mehr und extremere Wetterereignisse haben. Für eine Stadt wie Berlin bedeutet das enorme Hitze und enormer Starkregen. Beides zusammen ist fatal für unsere Spree. Denn zuerst erhitzt sich das Gewässer, um dann mit den Inhalten der Kanalisation vollgespült zu werden. Dadurch sinkt der Sauerstoffgehalt und es kommt zu dem Fischsterben vom vergangenen Wochenende. Trotz Millioneninvestitionen wird es immer noch zehnmal im Jahr vorkommen.

Der Braunkohleabbau in der Lausitz schwemmt die Spree mit Sulfaten zu. Bereits heute kann man in unserem südlichen Wasserwerk in Friedrichshagen erhöhte Sulfatwerte messen. Wenn das so weitergeht, ist die Trinkwassergewinnung im zweitgrößten Wasserwerk der Stadt gefährdet. In Brießen bei Frankfurt an der Oder musste ein Wasserwerk deshalb schon auf Grundwasser zugreifen. Wir fahren am kommenden Mittwoch mit dem Umweltausschuss und dem Brandenburger Wirtschaftsausschuss in die Lausitz, um uns ein Bild zu machen und mit den Brandenburgern Strategien für eine saubere Spree und einen Einstieg in Erneuerbare Energien zu entwerfen. Drücken Sie uns die Daumen!

Sie sehen, es bleibt viel zu tun, um die Wasserqualität global und in unserer Stadt für die Zukunft zu sichern. Nochmal ein herzliches Dankeschön an die OrganisatorInnen der Global Water Dances. Ihr Projekt schafft mehr öffentliches Bewusstsein für die globalen und lokalen Wasserprobleme. Noch dazu hat es wahnsinnigen Spaß gemacht zuzusehen. Ich freue mich jetzt schon auf die Performance beim nächsten Mal!

Weitere Fotos von der diesjährigen Performance findet ihr auf meinem flickr-Profil.

Image by Katharina-Franziksa Kremkau / Silke Gebel, MdA (CC BY 4.0)

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