KORREKTUR: Kostenexplosion bei den giftigen Sandbergen im Tierpark

1,83 Millionen Euro mehr als ursprünglich angenommen kostet die Entsorgung der giftigen Sandberge im Berliner Tierpark, die noch größer sind als zunächst öffentlich wurde.

Das hätte die Verwaltung früher wissen müssen: Die Unmengen an Abfällen und Schutt können nicht unbemerkt auf das Tierparkgelände gebracht worden sein. Für die 55 000 Kubikmeter müssen mindestens beladene 4000 LKW unterwegs gewesen sein. Staatssekretär Gaebler hat auf eine früheren Anfrage (17/14426) aber lediglich ein Drittel der Bodenlieferungen bestätigt. Diese kamen zwischen September und November 2013 von einem illegalen Zwischenlager der Baufirma S. von Bauvorhaben in der Flottwellstraße und dem Bau der U5. In einer weiteren Antwort auf eine grünen Anfrage aus dem Juni 2013 (17/12256) gab es darüber hinaus bereits Hinweise, dass der damalige Tierparkchef Blaszkiewitz Abfall und Schutt auf dem hinteren, nicht-öffentlichen Tierparkgelände entsorgt.

Jetzt muss bis spätestens Ende des Jahres aufgeklärt werden, wie es zu der eklatanten Fehleinschätzung der Verwaltung kommen konnte, die schließlich dazu führte, dass die Leitung Tierparkabfälle unter den angelieferten Schuttbergen vergraben ließ. Unser im Sommer gestellter Antrag auf Akteneinsicht ist aber bis jetzt unbeantwortet.

Die Allgemeinheit darf nicht auf den Entsorgungskosten für den mit Sulfaten, PAK (polyzyklischen aromatische Kohlenwasserstoffen) sowie Blei und Quecksilber belasteten Boden sitzen bleiben. Die Verantwortlichen, allen voran der ehemalige Zoochef Blaszkiewitz, aber auch die Firma S. und andere Verursacher müssen zur Verantwortung gezogen und in Regress genommen werden und die Sandberge müssen vollständig und fachgerecht entsorgt werden.

Image by Unbekannt, (CC0 1.0)

Teile diesen Inhalt:

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld