Kleiner Datenspaziergang durch die Parteienlandschaft

Heute wurde auf den Seiten der BILD die neusten Datenerkenntnisse von YouGov (hier der Link zur Seite von YouGov) veröffentlicht. Es geht um die spannende Frage, was interessiert Wähler*Innen ausserhalb des politischen Kosmos. Ich finde das wichtig, weil Politiker*Innen die schwierige Aufgabe haben, Entscheidungen zu treffen und dabei Volksvertreter*Innen sein dürfen, WählerInnen-Interessen vertreten müssen und immer abwägen sollten, was für die Gesamtheit wichtig, sinnvoll und erforderlich ist. Durch meine Kinder habe ich viel mit Leuten zu tun, die vollkommen außerhalb des politischen Kosmos stehen. Die zwar wählen gehen, aber ansonsten unpolitisch sind. Die eine Meinung haben, aber für die Politik nichts ist, was sie betrifft, für die das Funktionieren unserer Gesellschaft eine Selbstverständlichkeit ist. Das ist einerseits ein gutes Zeichen, denn es zeigt, dass es eine gesunde Arbeitsteilung gibt, die voller Vertrauen ist. Es zeigt aber auch, dass viele Leute nicht das Gefühl haben, dass sie aktiver Teil der Demokratie sein dürfen und sogar sollten, um unser politisches System mit Leben zu füllen. Als jemand, die sich immer als aktive Demokratin verstanden hat, hatte ich zu meinen Zeiten als ehrenamtliche Politikaktivistin (erst bei der JEF, dann bei Grüner Jugend und Bündnis 90/Die Grünen) immer mit Leuten zu tun, die sich selbst als aktive Demokrat*Innen bezeichnen würden und deren Hauptanliegen es war (und ist) ihrer Stimme Gehör zu verschaffen und ihre Ideen zu diskutieren und umzusetzen. Ist ja klar, man sucht sich ähnliche Freund*Innen mit ähnlichen Hobbys und Themen. JedeR lebt in seinem Bubble. Will man sich also in die Wähler*Innen oder die Bevölkerung reinversetzen, sind Sprechstunden und Infostände ein wichtiges Mittel. Viel bedeutsamer aber sind Umfragen zum Lebensumfeld wie von YouGov versucht (allerdings halte ich die Gruppe von 466 etwas zu klein, um eine richtige Aussage zu treffen, aber eine Tendenz ist es allemal). Denn es ermöglicht einen lebensweltlichen Einblick in das, was die Leute hier bewegt, wo man mit ihnen ins Gespräch kommen kann und was sie bewegt und damit auch von Politik erwarten.

Hier kann man sehen, was die typische Grünenwählerin ausmacht. Und ja, ich habe korrekt gegendert, denn die typische Grünenwählerin ist weiblich, zwischen 18 und 25 Jahre alt, stuft sich als links ein, verdient zwischen 2000 und 3500 Euro,kommt überproportional häufig aus Baden-Württemberg. Guckt man tiefer, stricken und häkeln Grüne gerne, kaufen Bio-Produkte und bei Lidl und hören Mike Oldfield (den ich erstmal googlen musste…wahrscheinlich bin ich zu alt). Außerdem gibt es mehr Katzen in Grünen Haushalten als andere Tiere und wir lesen ziemlich oft „The Independant“ und der Spiegel. GrünenwählerInnen ist gutes und gesundes Essen wichtig. Das ist auch eine politische Verpflichtung für nachhaltige Landwirtschaft wie sie unsere Landesminister gemeinsam mit den Bauern von Baden-Württemberg bis nach Niedersachsen und Schleswig-Holstein umsetzen.

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