Interview mit der GRÜNEN JUGEND

Zu meiner Kandidatur fürs Berliner Abgeordnetenhaus hat mir die GRÜNE JUGEND einige Fragen gestellt. Das ganze Interview findet ihr auch hier:

„Grüne Politik funktioniert ohne Scheuklappen“

18.07.2011: Seit mehreren Jahren engagiert sich Silke Gebel (27) im Bundesverband der GRÜNEN JUGEND. Für die Berliner Abgeordnetenhauswahl im September 2011 ist sie auf Platz 27 der Bündnisgrünen Landesliste aufgestellt worden.

Liebe Silke, in der GRÜNEN JUGEND warst du u.a. als politische Geschäftsfühererin und als SPUNK – Redakteurin aktiv. Was hat dich dazu bewogen, nun für die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus zu kandidieren?

Ich habe mich schon immer eingemischt, wenn ich fand es könnte anders besser laufen. Die Berliner Nicht-Beteiligungskultur zeigt, wie häufig Leute vor vollendete Tatsachen gestellt werden, das finde ich unglaublich. Auch wenn partizipative Entscheidungsfindungen anstrengend sein können, Ergebnisse wie der Bürgerbeteiligungshaushalt in Friedrichshain-Kreuzberg können sich echt sehen lassen. Ich möchte als Abgeordnete dafür sorgen, dass es eine neue politische Kultur gibt. Also die Stadt von ihren EinwohnerInnen geplant und gestaltet wird. Mein Slogan ist deshalb auch „Berlin Gemeinsam Gestalten“. Klingt vielleicht nicht so hip und revolutionär, wenn man es aber ernst meint, verändert es Berlin radikal zum Besseren.

Für welche Themen interessierst du dich besonders?

Europa breiter zu verankern und politisch in die Verantwortung zu ziehen ist sicherlich eins meiner besonderen Anliegen. (Vor der GRÜNEN JUGEND war ich schon fünf Jahre bei den Jungen Europäischen Föderalisten (www.jef.de) aktiv.) Die Schnittstelle zu meinem anderen Herzensthema, der ökologischen und solidarischen Gesellschaft, ist das Vergaberecht in der Wirtschaftsförderung. Da reicht es eben nicht einen Mindestlohn einzufordern, sondern es müssen auch klimarelevante Ziele wie eingesparte CO2-Emissionen berücksichtigt werden. Ansonsten ist mir aber wichtig, einen ganzheitlichen Blick auf Politik zu behalten. Das heißt, dass man in jedem Themenbereich einen Dreiklang aus Demokratie/Freiheit, Ökologie und Solidarität, wie wir es auch im GJ-Selbstverständnis beschlossen haben, mitdenken muss. Da bin ich als Verwaltungswissenschaftlerin von Haus aus ohnehin interdisziplinär unterwegs.

Wenn du im September ins Abgeordnetenhaus gewählt wirst, was sind deine Pläne für deine Amtszeit?

Das hängt natürlich sehr vom Zuschnitt der Themen im Senat, also den einzelnen Fachressorts, und der Aufteilung auf die Abgeordneten in der grünen Fraktion ab. Spannend finde ich da die Projekte wie Berlins Unternehmen fit für Europa zu machen, das Vergaberecht nicht nur sozial sondern auch ökologisch und fair zu verstehen oder auf 100 % Erneuerbare Energieversorgung hinzuarbeiten.
Insgesamt habe ich mir vorgenommen meine Arbeit übers Internet und das Angebot regelmäßiger Gespräche im Wahlkreis stark rückzukoppeln. Das ist sicherlich sehr zeitintensiv, aber meiner Meinung nach für eine Politik mit starkem Rückhalt total wichtig. Hier hat die rot-rote Regierung versagt die Menschen einzubeziehen. Berlin als Klimahauptstadt zu etablieren geht nur, wenn alle Leute an einem Strang ziehen. Vom Spätibesitzer am Kotti bis zur Bloggerin im St. Oberholz.

Weshalb ist, deiner Meinung nach, grüne Politik die richtige für Berlin?

Weil Grüne Politik ohne Scheuklappen funktioniert und schaut wie einzelne Maßnahmen neue Problemfelder hervorrufen können. Beispiel Tourismus: Mehr Gäste bedeuten mehr Arbeitsplätzte und neue kreative Köpfe. Führt aber auch zu Nutzungskonflikten bei AnwohnerInnen. Jetzt hier einseitig auf die Steigerung der (Übernachtungs)gäste zu setzen ist kurzsichtig. Der grüne Weg ist ein „sanfter Tourismus“ , bei dem der ökologische Fußabdruck, die Arbeitsstandards und die Eingliederung in die Stadtstruktur berücksichtigt werden.

Wenn du dich gerade nicht mit Politik beschäftigst, was machst du so in deiner freien Zeit?

Puh, das ist momentan, vor allem wegen dem Wahlkampf, echt eng. In jeder freien Minute genieße ich Berlins Leben draußen, also Sonntags mit FreundInnen im Mauerpark zum Flohmarkt- und Karaokegucken oder unter der Woche Weinbergspark und co. Außerdem (be)koche ich voll gerne, mit viel Gemüse und noch mehr Bio. Und wenn ich nur ganz wenig Zeit habe, lese ich kurz ein, zwei Comics.

Mehr über Silke und ihren Wahlkampf erfahrt ihr auf ihrer Facebook-Seite und auf ihrer Homepage

Teile diesen Inhalt:

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld