Informationsveranstaltung zu Sulfatbelastung der Spree

Der Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen Treptow-Köpenick lädt gemeinsam mit Silke Gebel,  umweltpolitische Sprecherin Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Abgeordnetenhaus Berlin zu einem Stammtisch in der Gaststätte Ruderclub Ägir ein. Hintergrund sind die schleichende Sulfatbelastung der Spree und die Frage, wann diese Fracht die Müggelspree und das Wasserwerk Friedrichshagen erreichen wird und welche Lösungsstrategien es für sauberes Wasser gibt.

Dass die rot-rote Landesregierung in Brandenburg neue Tagebaue in Welzow genehmigt hat ist ein herber Rückschlag für Umwelt- und Klimaschutz. Denn: Neben klimaschädlichen Emissionen ist die Braunkohle auch der Verursacher einer immensen Umweltverschmutzung. Aus alten Tagebauen wird Eisen und Sulfat in die Spree gespült und sifft den Fluss mit Eisenhydroxid zu. Die Folge ist eine aufgrund ihrer Farbe sogenannte „Verockerung“, die bereits heute weite Teile des Spreewald erreicht hat. Aber auch eine Minderung der Trinkwasserqualität zeichnet sich ab: Im südlich von Berlin gelegenen Wasserwerk Briesen werden bereits heute steigende Sulfatwerte erwartet.

Für uns in Berlin spielt vor allem die steigende Sulfatbelastung eine Rolle. Ohnehin schon erhöht durch Altlasten und die Brandenburgische Landwirtschaft beträgt bereits heute das Jahresmittel im Wasserwerk Friedrichshagen 144,7 mg/l Sulfat. Diese steigenden Einträge haben dreierlei Folgen:

Erstens: Sulfat in der Spree beeinträchtigt die Trinkwasserqualität. Ab 250 mg/l darf das Wasser nicht mehr verwendet werden. Zweitens: Sulfat in der Spree greift bestimmte Betonsorten an. Davon wären Brücken, Kanalbauten oder andere im Wasser gebaute Anlagen betroffen. Schon ab Grenzwerten ab 200–600 mg/l gibt es eine schwach angreifende Betonaggressivität. Drittens: Sulfat ist für eine Eutrophierung des Wassers mittelbar verantwortlich. Indem es mit Fe(III)Hydroxid zu Pyrit reagiert, löst es aus dem Sediment das dort anhängende Phosphor heraus. Die Folge ist massiver Algenwuchs. Diese Re-Eutrophierung ist eine Verschlechterung der Gewässerqualität, die der EU-Wasserrahmenrichtlinie wiederspricht.

Wir wollen mit Experten aus Brandenburg und Berlin besprechen, welche Auswirkungen diese Sulfatbelastung für die Müggelspree in Köpenick haben kann und wird. Wir laden Sie herzlich ein, an der Diskussion teilzunehmen.


Datum: Fr, 27.06.2014
Uhrzeit: 18.00-20.00
Ort: Gaststätte Ruderclub Ägir, Spreestraße 1, 12587 Berlin.

Veranstalterin: Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen Treptow-Köpenick

Wolfgang Renner, Beiratsmitglied des „Aktionsbündnisses klare Spree„.
Elke Wittstock, Berliner Wasserbetriebe, Leiterin des Schwerpunktwasserwerks Friedrichshagen.
Jörg Gleisenstein, Stadtverordneter Bündnis 90/Die Grünen Frankfurt (Oder).

Moderation: Silke Gebel, umweltpolitische Sprecherin Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Abgeordnetenhaus Berlin.

Zum Antrag von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus für eine Klare Spree geht es hier.

Image by Martin Sotirov (CC BY-NC-SA 2.0)

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