Hör mal wer da rast…

Alle fünf Jahre wird der Berliner Lärmaktionsplan neu aufgelegt. Zeit also genau hinzuschauen, was sich seit dem ersten Plan 2008 getan hat und wo heute noch der Schuh drückt oder der Verkehr lärmt. Ein großes Problem ist immer noch die Leipziger Straße.

Sie liegt in dem Wahlkreis, in dem ich 2011 zur Wahl des Abgeordnetenhaus angetreten bin. Zur Demonstration des Lärmproblems habe ich damals ein Video gedreht. Es ist leider heute noch wie vor gut 2 Jahren aktuell. Auf der Seite des Senats, auf der Bürgerinnen und Bürger Orte kennzeichnen können, an denen es besonders laut ist, wird die Leipziger Straße gleich achtmal angezeigt. Kein Wunder, rasen doch die AutofahrerInnen von Ampel zu Ampel, um jedes Mal erneut zu beschleunigen. Durch die Hochhäuser wird die Lautstärke besonders schön kanalisiert, die alte Straßensubstanz tut ihr übriges. Eine unser Forderungen ist hier eine Entlastung des Verkehrs durch eine Straßenbahn, die vom Alexanderplatz bis zum Potsdamer Platz (und irgendwann nach Steglitz) geht. Außerdem würde hier eine Temporeduktion zu einem fließenden und dadurch ruhigerem Verkehr führen.

All das und noch viel mehr, kann man nun auf der Seite des Senats bis zum 22.02.2013 vorschlagen. Wenn diese oder andere Vorschläge mindestens die zwangzigmeisten Unterstützerklicks bekommen, werden die Ideen mit einem Fachpublikum besprochen und eventuell umgesetzt. Hier nochmal alle Infos, wie man sich in den Lärmaktionsplan in unserer Stadt eimbringen kann.

Interessantes Hintergrundwissen:
Der Lärmaktionsplan geht auf die EU-Umgebungslärm-Richtlinie aus dem jahr 2002 zurück. In dem vorausgegangen Grünbuch benennt die Kommission schon 1996 den Umgebungslärm als eines der größten Umweltprobleme der Europäischen Union. Im gleichen Jahr gibt die Welt-Gesundheits-Organisation einen Bericht zum Thema „Lärm, Umwelt und Gesundheit“ heraus und weist auf eine Verbindung zwischen Lärm und Schlafstörungen, Gehörschäden oder physiologischen Beeinträchtigungen (vor allem des Herz-Kreislauf-Systems) hin. Trotzdem hat das Europäische Parlament heute die Lärmgrenzwerte für Fahrzeuge zu einem Kommissonsentwurf abgeschwächt. Das ist vor allem insofern ärgerlich, als dass es billiger ist, leisere Fahrzeuge zu bauen, als Straßen und Häuser für den Lärm fit zu machen. Gerade für klamme Kommunen wie es Berlin ist.

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