Gibt es ein Problem mit der Berliner Trinkwasserversorgung?

Ich hatte bereits berichtet, dass ich eine Anfrage zu Grenzwertüberschreitungen bei Arzneimittelspurenstoffen im Berliner Trinkwasser gestellt habe. Den Artikel hierzu findet ihr hier. Nun haben wir erfahren, dass im Wasserwerk Tegel die Fördermenge des Trinkwassers reduziert wurde. Die Gründe hierfür waren unklar, weshalb ich auch zu diesem Thema noch eine weitere Anfrage an den Senat gerichtet habe. Ihr findet sie hier. Der Senat berichtet in seinen Antworten, dass die Fördermenge im Zeitraum vom 11.05.2015 bis 01.07.2015 reduziert wurde. Leider wurden die Gründe in den Antworten zu dieser ersten Anfrage nicht benannt, weshalb ich nochmals eine Nachfrage zu der Anfrage gestellt habe. Erst auf diese Anfrage reagierte der Senat mit klaren Antworten: die Fördermenge wurde wegen den Grenzwertüberschreitungen bei Arzneimittelspurenstoffen reduziert, zudem wurde Perchlorat nachgewiesen, welches „[…]durch eine unerlaubte Indirekteinleitung in die öffentliche Kanalisation“ gelangt ist. Der Senat gibt weiterhin an, dass ein solcher Vorgang einmalig in den letzten 10 Jahren ist.

Aus meiner Sicht zeigt dieser Vorgang, dass wir die Trinkwassersicherheit in Berlin sehr genau im Blick behalten muss. Mittel- und langfristig werden die Arzneimittelspurenstoffbelastung durch den demographischen Wandel zunehmen. Dort wo die Belastung besonders hoch ist, wie etwa im Tegeler See und dementsprechend auch beim Wasserwerk Tegel, müssen wir an die Quellen der Belastung ran.  In diesem Fall ist es das Klärwerk Schönerlinde, welches über die Oberflächenwasserbehandlungsanlage (OWA) Tegel in den Tegeler See einleitet. Dieses Klärwerk muss so nachgerüstet werden, dass die Belastungen reduziert und das Berliner Trinkwasser geschützt wird.

(c) Martin Sotirov CC BY 2.0

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