Fachgesprächsreihe „Umweltschatz Wasser“: Regenwassermanagement vor Ort

Am 02.11. ging meine Fachgesprächsreihe „Umweltschatz Wasser“ in die nächste Runde. Gemeinsam mit unserer Fraktionsvorsitzenden Antje Kapek, Prof. Dr. Heiko Sieker und Dipl. Ing. Marco Schmidt habe ich zu dem Thema Regenwassermanagement vor Ort diskutiert.

Jedes Jahr sterben nach starkem Regen in der Spree tausende Fische. Der Grund hierfür ist die überlaufende Kanalisation, die die Wassermassen nicht schnell genug abtransportieren kann. Durch die Nährstoffe im Schmutzwasser vermehren sich Mikroorganismen, der Sauerstoffgehalt im Wasser sinkt rapide, die Fische ersticken qualvoll. Der Senat antwortet auf dieses Problem mit einem Ausbau der Stauraumkapazitäten für Regenwasser und setzt damit alles auf die Karte zentrale Regenwasserbewirtschaftung. Diese eindimensionale Herangehensweise an das Problem greift zu kurz und ist wenig nachhaltig.

Herr Prof. Dr. Sieker verdeutlichte in seinem Vortrag, dass es mehr dezentrale Ansätze benötigt werden beim Regenwassermanagement. Als Argumente seien neben dem Gewässerschutz auch die positiven Auswirkungen auf das Stadtklima und das bisher wenig beachtete Argument des Überflutungsschutzes zu nennen. Bei extremen Starkregenereignissen könne es ansonsten auch in Berlin zu Überflutungen kommen, die mit denen in Münster vergleichbar wären.

Auch Herr Dipl. Ing. Schmidt betonte in seinem Vortrag die Vorzüge und den Stellenwert von dezentralen Maßnahmen. Er verwies vor allem darauf, dass in dicht bebauten und versiegelten Gebieten, wie Berlin, immer wenig Wasser verdunsten kann – der kühlende Effekt bleibt aus, die Stadt heizt sich auf, der sogenannte kleine Wasserkreislauf wird gestört. Begrünte Dächer seien ein wichtiger Baustein für ein besseres Stadtklima, da sie ca. 75% der natürlichen Verdunstungsleistung erbringen könnten und zusätzlich Schad- und Nährstoffe zurückhielten.

Auch die sich an die Vorträge anschließenden Diskussion verdeutlichte, dass in Berlin Regenwassermanagement mehrdimensional gedacht werden muss. Wir brauchen mehr dezentrale Maßnahmen, wie Gründächer (hierzu hier auch mein Antrag 1.000 grüne Dächer für Berlin), es muss aber auch an weiteren Stellschrauben gedreht werden, um unser Stadtklima zu schützen, den Gewässerschutz zu verbessern und uns vor Überflutungsereignissen zu schützen. Ein wichtiger Aspekt ist hierbei die Bauleitplanung, in der der Vorrang von dezentralen Maßnahmen zur Regenwasserbehandlung bereits festgeschrieben ist. Weiterhin muss das Land Berlin bei den öffentlichen Gebäuden eine Vorreiterrolle übernehmen und mehr Regenwasser dezentral versickern und verdunsten.

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