Endlich wieder mobil digital unterwegs

Und ich habe länger nachgedacht, ob man „glücklich“ schreiben kann im Zusammenhang mit so etwas scheinbar profanem wie einem mobilen Endgerät wie es in der Sprache der Telekommunikationsdienstleister immer so schön heißt. Und ja, ich finde ich kann. Denn ich bin nicht glücklich ein neues Handy zu besitzen, das ist mir ehrlich gesagt egal. Mir geht es um die Funktionen, um die Möglichkeiten, kurzum um die Teilhabe an der digitalen Gesellschaft, die es mir ermöglicht.

Dazu muss gesagt werden: Mein Ersatzhandy war ein NOKIA E90, „das I-Phone seiner Zeit“, wie ich immer erklärend dazu sage, wenn mich jemand ob des „Knochens“, den ich auf den Tisch lege, fragend anschaut. Und ja, der Communicator misst 13*5,5*2,5cm und wiegt gefühlte 300 gramm (tatsächliche 210). Es ist Internetfähig (sogar mit WLAN), hat eine volle Tastatur, ein komplettes Office-Paket, eine Spitzenkamera und kann sogar Videotelefonier (sollte das jemand brauchen). Ich weiß noch, als es im Februar 2007 rauskam, wollte jeder technikafine Mensch, der was auf sich hielt dieses Endgerät haben. Die Hochphase des Blackberry war vorbei, der Communicator schien als DAS Smartphone, NOKIA der Held. Und dann? Dann kam das Iphone, knapp 9 Monate später konnte man es auch in Deutschland kaufen und der Communicator, die dicke, große Schwester, mit der niemand tanzen will. Blöd. Nun gut. Jedenfalls hatten wir aus dieser Zeit noch eins im Schrank und das wurde dann von mir 5 Monate genutzt bis ich durch Vertragsverlängerung ein neues Endgerät bekam. Ich muss sagen, das NOKIA ist auch immer noch, was das Wandeln im Digitalen angeht, wunderbar. Nur leider hatte der Akku die Jahre in der Schublade nicht verkraftet und ging immer aus, wenn ich telefonieren wollte, vom Emailabrufen oder Surfen ganz zu schweigen. So war das Handy eine große Handtaschenuhr mit der Fähigkeit 5 SMS zu verschicken. Darüberhinaus konnte ich es als Festnetztelefon, also immer an den Strom angeschlossen, nutzen.

Das also im Hintergrund, bedeutete für mich 5 Monate Twittern nur vom Sofa, 5 Monate Telefonieren an der Steckdose und 5 Monate Nachrichtenlesen, wenn man eigentlich gerade mit anderem (Laptop offen =Texte schreiben) beschäftigt ist. Das war nicht schön. Denn für mich bedeutet Mobilität auch digitale Mobilität bedeutet Teilhabe im Netz verwoben mit meiner PRäsenz außerhalb. Für mich ist das keine Last, wie in vielerlei Büchern und Blogs beschrieben, für mich bedeutet das Freiheit. Wenn ich nicht im Netz sein will, entsperre ich halt die Tastatur meines Handys nicht. So einfach ist das. Ich entscheide selbstbestimmt, aber nicht, weil das technische Gerät den Geist aufgibt. Und diese Selbstbestimmtheit über meinen Weg der kommunikativen Teilhabe macht mich glücklich. Und dass ich ein Endgerät mit Tastatur habe, setzt dem ganzen einfach die Krone auf!

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