Eine Ode ans Wählen!

Ich freue mich auf den 27. September. Ungefähr so als wäre Weihnachten und mein Geburtstag zusammen an einem Tag. Ich bin neidisch auf die Leute im Saarland, in Nordrhein-Westfalen, in Sachsen und Thüringen. Die dürfen schon am 30.08.2009 wählen. Und einen Monat später auch nochmal. Da würde ich gerne tauschen. Ich liebe den Akt des Wählens an sich. Er erinnert mich an früher als ich im zarten Alter von vier oder fünf mit meinen Eltern zum „Wählen“ gegangen bin, die Gr0ßen geheimnisvoll in eine Kabine sind und ich an unser Telefon mit der Wählscheibe denken musste.

Ich konnte meinen achtzehnten Geburtstag kaum erwarten und im Gegensatz zu vielen anderen, die sich auf ihren Führerschein freuten (den ich bis heute nicht habe), konnte ich kaum erwarten auch in der Wahlkabine mein erstes Kreuz zu machen und damit mein knapp 80 Jahre zuvor hart erkämpftes Bürgerinnenrecht wahrzunehmen, überzeugterweise bei den Grünen. Umso schlimmer für mich, dass meine erste Wahl die Stichwahl der Oberbürgermeister in Koblenz war. Diese Wahl zwischen SPD und CDU war die schwerste, die ich je in einer Kabine an einem Sonntag nachmittag treffen musste. Dennoch verließ ich an diesem Tag nach meiner Entscheidung zwischen (gefühlten) Pest und Cholera die kleine Kabine mit einem Strahlen und konnte alte Freunde nicht verstehen, die mich wiederum mit Unverständnis anstarrten und gar nicht erst wählen gingen. Meine zweite Wahl musste ich aus dem Ausland per Briefwahl – wie später so viele andere auch – treffen. Dabei geht die ganze Atmosphäre des zelebrierten, staatsbürgerlichen Aktes verloren wie ich finde. Deshalb mache ich von nun an, wenn denn Briefwahl sein muss, Briefwahl auf dem Amt in einer Wahlkabine mit echten WahlhelferInnen und dem echten Gefühl gewählt zu haben.

Ich finde Wählen cool und zähle schon die Tage bis Ende September. Und ich freue mich, am Sonntag, dem 27. September mit meinem Freund zum Wahllokal zu gehen, unsere Stimme abzugeben, mit den WahlhelferInnen über die aktuelle Lage zu plaudern und danach im Fleury einen Kaffee zu trinken. Noch 34 Tage!

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