Diese Amerikaner mal wieder…

Mein amerikanischer Freund vergisst ja nicht mich immer wieder auf die herrausragende Leistung der Amerikaner durch die Luftbrücke aufmerksam zu machen. Immer wieder weise ich ihn dann gerne auf andere herrausragende Eigenschaften der USA hin, wie zum Beispiel die Dixie Chicks „Shut up and Sing“ oder nun diese Kampagne der AFA gegen Ford. Anscheinend ist es im Land der Freiheit solange erlaubt seine Freiheiten auszuleben wie sie der Freiheit der größten Schreihälse mit dem meisten Einfluss entsprechen. Wie ein Mann bei „Shut up and sing“ so schön sagt: „Natürlich können die ihre Meinung frei äußern…nur nicht öffentlich!“ Das klingt für mich sehr nach Diktatur.  Nun zu dem Beispiel wie die American Family Association (AFA) ihren Konsumentendruck nutzt, um dafür zu sorgen, dass das Autounternehmen Ford keine homosexuellen Organisationen unterstützt und zielgruppenspezifische Werbung macht. (Nun gut, Ford wird das nicht aus altruistischen Gründen gemacht haben, sondern erkannt haben, dass viele schwule und lesbische Käufer viel Geld haben und sie sich so eine Zielgruppe sichern können). Aber die 8 % Einbußen haben wohl diese Mehreinnahmen nicht gerechtfertigen können. Und so hat Ford nach einem Boykottaufruf seitens der AFA die schwulesbische Zielgruppe erstmal ad acta gelegt und alle Werbefeldzüge/Spendengelder eingefroren. Traurig, dass in einem Land, in dem die Wissenschaft so weit gekommen ist, religiöse Dummheit so weit kommt. Wer tatsächlich behauptet „Homosexualität sei heilbar“ und daraus seine politische Motivation zieht, hat in der Schule wohl zu viel aufgepasst oder zu wenig (je nachdem welche Gegend von Amerika…) und hat ja wohl echt keine anderen Probleme. Wen interessiert es eigentlich welche Sexualität meinE NachbarIn gerade auslebt? Moralisch, zivilisatorisch und so weiter gesehen, niemand normales. Außer man ist katholisch und verrückt, dann interessiert es auf einmal den missionarischen Zwerg im tiefen Inneren der Seele. Aber ich schweife ab… Das Ford-Beispiel ist auch aus ökonomischer Sicht spannend, denn der Boykott als politische Waffe ist auch eine der Linken. Un er funktioniert immer noch, besser denn je. Man sollte mal einen Boykott gegenüber der AFA machen und alle Unternehmen, die im entferntesten was damit zu tun haben auf eine Liste schreiben. Aber das wäre schon etwas verrückt und missionarisch und das wiederspricht der Idee der Sache…

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