„Die blaue Spree – Was wird aus unserem Fluss?“ Podiumsdiskussion auf der Messe Wasser Berlin International

Die Spree gehört zu Berlin wie der Alexanderplatz, oder das Brandenburger Tor – leider ist die Wasserqualität der Spree noch immer nicht zufriedenstellend. Durch den Braunkohletagebau in Brandenburg werden Sulfate in die Spree geschwemmt und auch die ausufernde Düngung in der Landwirtschaft tut dem Fluss nicht gut. In Berlin kommen noch weitere Schadstoffe aus den Berliner Kläranlagen hinzu, zudem wird bei starkem Regen die Spree als Kanalisation zweckentfremdet.

Bis 2027 muss mit alledem Schluss sein, die bereits im Jahr 2000 in Kraft getretene Wasserrahmenrichtlinie sieht vor, dass bis zum Jahr 2015, spätestens aber bis 2027 der sogenannte gute ökologische Zustand bzw. das gute ökologische Potential bei allen Gewässern in der EU erreicht werden muss. Im Kern bedeutet dies, dass die Flora und Fauna der Gewässer wieder naturnaher werden sollen. Dort wo die Gewässer verbaut sind und ein naturnaher Zustand nicht hergestellt werden kann, müssen alle umsetzbaren Maßnahmen durchgeführt werden, um die Gewässer möglichst wenig einzuschränken.

Bis wann die europarechtlichen Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie für die Spree erreicht werden können, ist derzeit noch unklar. Auf der Messe Wasser Berlin International habe ich zu diesem Thema mit Vertretern der Wasserbetriebe, der AG Wasser und dem Flussbad Berlin diskutiert.

Für uns Grüne ist klar, dass nur ein breites Maßnahmenbündel helfen wird auf dem Weg, die vorgegebenen Zielmarken möglichst rasch zu erreichen. Im Rahmen der Podiumsdiskussion habe ich unsere Idee einer Gründachstrategie vorgestellt, um mehr Wasser dezentral zu verdunsten und zu versickern. Ziel ist es hierbei, bei starkem Regen Wasser aus überlastete Kanalisation fernzuhalten und damit auch die Wasserqualität der Spree zu schützen. In anderen nationalen und internationalen Städten wie Hamburg, München oder Chicago wird der Bau von Gründächern gefördert. Weiterhin müssen die Kläranlagen Berlins mit einer vierten Reinigungsstufe ausgestattet werden, die sowohl Medikamentenreste, Mikroplastik als auch Phosphate aus dem Wasser eliminiert. Zentral ist des Weiteren die Frage, wie die Spree genutzt wird und wie/ob diese Nutzung mit den ökologischen Anforderungen in Einklang gebracht werden kann. Hierfür braucht es innovative Ansätze und Ideen. Ein Beispiel für eine solche innovative Idee ist das Konzept des Flussbad Berlin e.V., welches auf dem Podium von Jan Edler vorgestellt wurde. Das Konzept sieht vor, dass ein Seitenarm der Spree (bei der Museumsinsel) zu einem großen Freibad entwickelt wird. Mensch und Umwelt profitieren gemeinsam von dem Projekt, da die Wasserqualität durch eine biologische Filteranlage, bestehend aus Schilfanpflanzungen verbessert wird – so wird der Sprung ins erfrischende Nass ermöglicht und die Spree entlastet.

Mein Fazit zur Diskussion fällt sehr positiv aus: das rege Interesse des Publikums hat mir wieder einmal vor Augen geführt, wie sehr das Thema Spree die BerlinerInnen bewegt und wie wichtig es ist, dass Politik hier sehr aktiv Konzepte und Idee entwickelt. Mit den Berliner Wasserbetrieben und auch der AG Wasser gibt es in Berlin starke Institutionen und zivilgesellschaftliche Akteure, denen die Spree am Herzen liegt und ein hohes Maß an Fachwissen bereitstellen.

Weitere Fotos von der Wassermesse findet ihr auf meinem flickr-Profil.

Images by Katharina-Franziska Kremkau / Silke Gebel, MdA (CC BY 4.0)

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