Das wahre Wahlergebnis

Bei der Berechnung der Sitze im Parlament nach einer Wahl ist die zugrundeliegende Zahl die Zahl der abgegebenen Stimmen. Unter den Tisch fällt dabei die steigende Zahl der Nichtwählerinnen und Nichtwähler. Würde man diese miteinbeziehen und alle Wahlberechtigten als Grundlage nehmen, sieht das Ergebnis gleich ganz anders aus (in Klammern sind die Ergebnisse, mit denen gearbeitet wird, davor steht der reale Anteil in der wahlberechtigten Bevölkerung):

Hessen:
CDU 23,7 (36,8); SPD 23,6 (36,7); FDP 6,1 (9,4); Grüne 4,8 (7,5); Linke 3,3 (5,1); Sonstige 2,8 (4,4); Nichtwähler 35,7 (0,0) Prozent.

Niedersachsen:
CDU 24,2 (42,5); SPD 17,3 (30,3); FDP 4,7 (8,2); Grüne 4,6 (8,0); Linke 4,0 (7,1); Sonstige 2,2 (3,9); Nichtwähler 43,0 (0,0) Prozent.

Interessant daran ist, dass in Hessen mehr Leute prozentual die Grünen gewählt haben als in Niedersachsen oder dass in Niedersachsen genauso viele Leute nicht zur Wahl gegangen sind wie die beiden „großen“ Parteien zusammen erhalten haben. Letztere Gruppe wird repräsentiert, erstere jedoch nicht. Wie gut repärsentiert unser demokratisches System denn nun wirklich? Sieht man sich die Motive fürs Nichtwählen (zwar von 2002, aber sicherlich noch aktuell) an, sind die beiden größten Begründungen „politisches Misstrauen“ und „geringe Involvierung“. Beide Angaben schreien nach Veränderung, die wir angehen können. Mehr Kompetenzen auf kommunaler Ebene, mehr direkte Elemente, kürzere und direkte Entscheidungswege, es gibt eine lange Liste. Trotzdem „ist der Weg zu mehr Volksbestimmung [nicht nur] in Hamburg lang“ wie Linda in einem Blogeintrag schreibt. Aber wie direkt und gerecht ist direkte Demokratie wirklich, wenn finanzkräftigere Seiten Inhalte stärker bewerben können? Doch ist das anders bei dem momentanen System? Und die Problematik mit der niedrigen Partizipation ändert sich dadurch nicht unbedingt. Der einzige Weg ist wohl der sich zu engagieren, Strukturen zu verändern, zumindest den Versuch zu starten. Zum Beispiel bei der GRÜNEN JUGEND

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