Biotonne für alle!

Für eine nachhaltige Entwicklung ist es unabdingbar, dass wir unsere Abfälle nicht mehr als etwas sehen, dessen wir uns entledigen und verbrennen müssen, sondern als Ressourcen, die es gilt hochwertig (weiter) zu nutzen. Das große Ziel ist es, dass wir den Ressourcenverbrauch vom Wachstum abkoppeln. Nur Wachstum, welches nicht auf dem Raubbau an der Umwelt basiert, ist nachhaltig.

Ich hatte euch hier auf meiner Website schon über eine schriftliche Anfrage informiert, die ich an den Senat gestellt haben. Da die Antworten des Senates sehr unbefriedigend waren, habe ich zu dem Thema nun noch einen Antrag gestellt.

Die hochwertige Nutzung von Bioabfällen ein wichtiger Aspekt für eine nachhaltige Entwicklung. aus ihnen kann Biogas produzieren werden, anschließend können sie als Kompost verwendet und etwa nicht substituierbare Ressourcen, wie etwa Phosphor, schonen.

In Berlin wird noch immer zu wenig Bioabfall gesammelt. Pro Bürgerin bzw. Bürger und Jahr kommt Berlin auf 17 kg Bioabfälle. Im Vergleich mit größeren Städten wie Köln oder Frankfurt, die pro Einwohnerin bzw. Einwohner bis zu 35 kg Bioabfälle oder Bremen mit bis zu 40 kg pro Jahr sammeln und verwerten, sind die gesammelten 17 kg in Berlin bescheiden. Der Blick in die Restmülltonne zeigt, mit 40% Organik-Anteil ist hier noch viel Raum nach oben, um die Sammelmenge zu steigern. Dies liegt vor allem daran, dass mehr als 20 % der Berlinerinnen und Berliner keine Biotonne nutzen, in der Summe sind dies in etwa 386.800 Haushalte, dies entspricht in etwa den Haushalten von ganz Frankfurt am Main. Damit wir die Sammelmengen steigern, muss Bioabfall auch bei diesen Haushalten gesammelt werden.

Damit die Ausweitung der Bioabfallsammlung von den BürgerInnen Berlins gut angenommen wird, fordern wir auch, dass eine haushaltsgenaue Informationskampagne, in der Informationen zur geruchsarmen Sammlung in der Wohnung, der Verwertung des Bioabfalls durch die BSR und die sich verbessernde Umwelt- und Klimabilanz bereitgestellt werden, durchgeführt wird. Zudem muss die Minimierung der Geruchsbelästigung durch verlässlich regelmäßige Leerung, Reinigung und technische Optimierung der Sammelbehälter etwa mit Biofilterdeckeln sichergestellt werden.

Nach der Sommerpause werden wir sehen, ob die Koalition die Zeichen der Zeit erkannt hat und mit uns für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Bioabfälle stimmt. Es wird spannend, ich halte euch natürlich auf dem Laufenden.


Image by Katharina-Franziska Kremkau/Silke Gebel, MdA (CC BY 4.0)

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