Atommüll in Berlin

Der Forschungsreaktor BER II in Berlin Wannsee macht immer wieder negative Schlagzeilen, zuletzt berichtete die taz, dass der Reaktor aus Sicherheitsgründen abgeschaltet werden musste. Zusammen mit Anja Schillhaneck, der Sprecherin für Wissenschaft, Forschung und Technologie, habe ich beim Senat schriftliche Fragen eingereicht, die sich mit dem Atommüll, der im Forschungsreaktor entsteht, befassen.

Jedes Jahr fallen im Forschungsreaktor 12 bis 14 abgebrannte Brennelemente an. Diese abgebrannten Elemente verbleiben in Berlin, bis „[…] für einen Transport genügend viele Brennelemente zusammengekommen sind […].“ Derzeit lagern 56 solcher Elemente in Berlin, die in eine Einrichtung des Departments of Energy der Vereinigten Staaten von Amerika verbracht werden sollen. Ein entsprechender Vertrag läuft allerdings 2016 aus. Es stellt sich die Frage, was mit dem Atommüll aus dem Forschungsreaktor nach 2016 passiert. Der Senat hat sich mit diesem Thema scheinbar noch nicht eingehender befasst und vertraut darauf, dass der Vertrag mit dem Department of Energy schon verlängert wird bis 2019. Ab 2019 soll der Atommüll dann im Schacht Konrad gelagert werden – auch in diesem Fall verfährt der Senat nach dem Motto „Wird schon passen“ und verschließt die Augen davor, dass immer wieder Sicherheitsmängel beim Schacht Konrad zu beklagen sind und es nicht als sicher angesehen werden kann, dass ab 2019 dieses Lager zur Verfügung steht. Der Senat sieht sich bei diesem Thema aber auch nicht in der Verantwortung: „Die Bereitstellung des Endlagers fällt in den Verantwortungs- und Zuständigkeitsbereich des Bundes. Nach Auskunft des zuständigen Bundesamtes für Strahlenschutz soll das Endlager ab 2019 zur Verfügung stehen.“

Image by BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (CC BY 2.0)

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