Krank ist immer relativ

Gestern war ich im aktuellen Film von Michael Moore „Sicko“.

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Wie alle Michael Moore Filme strotze er vor Populismus bei beiden Seiten der Darstellung – dem amerikanischen wie allen anderen, dem kanadischen, dem englischen, dem französischen und dem kubanischen Gesundheitssystem.

Es mag stimmen, dass die USA das einzige Land der westlichen Welt sind, die keine kostenlose gesundheitliche Grundversorgung haben (so der Film), aber in der Analyse müsste doch auch mal gezeigt werden, warum sich die Leute immer noch versichern, obwohl sie doch wissen, dass sie sich trotz Versicherung hoch verschulden. Im ersten Teil des Films geht er zwar interessant auf die Problematik der Versicherten ein, die dennoch ihre Behandlungen nicht bezahlt bekommen. Brisante Themen wie die Tatsache, dass man über Unternehmen versichert ist und deshalb bis ins hohe Alter arbeiten muss, streift er nur.

Mit den 9/11 HelferInnen, die vom Staat vergessen worden sind, weil sie nicht registriert waren, schiesst er jedoch den Vogel ab. Denen wird nämlich auf Kuba geholfen und sie kehren fast geheilt zurück. Ebenso wie das Paradies Kuba herschen auch in Europa goldene Zustände mit wäschewaschenden staatlichen Einrichtungen in Frankreich und kostenloser Grundversorgung in Großbrittanien. Die Grundidee, die dahintersteckt – die der Solidarität – die erwähnt er nicht. Kann das der amerikanischen ZuhörerInnenschaft nicht erklärt werden oder war das Michael Moore zu schwierig? Denn für jede Episode seines Filmes hätte eine eigene Doku mit Tiefgang gedreht werden können.

Nun ja. So ist es ein Film, der natürlich schokiert. Es ist Michael Moore, der Regier geführt hat und der auf jeden Fal im Kopf bleit und zum Nachdenken anregt. Ich habe ihn in einem sehr kleinem Kino gesehen. Das lässt schliessen, dass er nicht lange laufen wird. Trotz meines Verriss, schade!

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